Festgelder sind eine Anlageform, mit der sich Sparer trotz derzeitig niedrigem Zinsniveau eine bescheidene Rendite erarbeiten können. Der Verbraucher überlässt für einen festgelegten Zeitraum sein Geld einer Bank und erhält dafür Zinsen, die deutlich über dem Niveau von Girokonten liegen. So lassen sich Kapitalüberschüsse für einen überschaubaren Zeitraum gewinnbringend anlegen. Sollte der Sparer sein Anlagevermögen doch eher benötigen, so ist das bei den meisten Banken auch ohne lange Kündigungsfristen möglich, allerdings muss er dann auf den erhöhten Zinssatz verzichten.
Viele Banken in Deutschland haben mittlerweile den privaten Kleinanleger als ernst zu nehmenden Kunden entdeckt und überschlagen sich beinahe in ihren Angeboten. Vergleichsrechner im Internet helfen dem privaten Verbraucher, den Überblick zu behalten. Der Zins hängt bei vielen Kreditinstituten von der Laufzeit und von der Anlagehöhe ab. Die in den Werbeprospekten immer hervorgehobenen Renditen gelten bei einigen Anbietern erst ab Anlagen über 10 000 Euro und Zeiträumen von mehreren Jahren. Mit einem Festgeldrechner kann leicht eine optimale Anlage für die persönlichen Belange gefunden werden.
Die Bankhäuser orientieren sich in ihren Zinssätzen an den Leitzinsen der europäischen Zentralbanken. Die sind momentan nach der Finanzkrise auf einem historischen Tiefstand. Deshalb sollte jeder Sparer mit realistischen Vorstellungen an die Auswahl seines Festgeldkontos gehen. Gegenwärtig sind jährliche Ausschüttungen zwischen 2 und 3 Prozent real. Wer mehr erreichen möchte, muss sein Geld über mehrere Jahre binden. Wenn allerdings in dieser Zeit die Finanzmärkte wieder anspringen und die Zinsen steigen, dann ist das Kapital erst einmal gebunden. Deshalb sind dem privaten Kleinanleger zurzeit, immer auf bessere Zinsen hoffend, Festgelder von wenigen Monaten bis maximal zu einem Jahr zu empfehlen.
Manches Spitzenangebot gilt auch nur für Neukunden, hier sollte sich kein Sparer scheuen, mit seinem Geld einmal die Bank zu wechseln. Natürlich gibt es Festgelder auch bei der Hausbank. Hier muss allerdings der Kontoinhaber die persönliche Beratung durch geringere Zinsen mitfinanzieren.
Abschließend ein Wort zur Sicherheit der Geldanlage. Bei vielen Verbrauchern ist das Vertrauen in die Banken stark gesunken, aktuelle Bankenpleiten zeigen, nicht ganz zu unrecht. Ein wichtiger Sicherheitsindikator ist die Mitgliedschaft der Bank in einem europäischen Einlagensicherungsfond. Diese garantieren, die Bedingungen sind jedoch von Land zu Land unterschiedlich, die Rückzahlung des Kapitals selbst bei einer Pleite der Bank. Selbst die Online-Kontoführung stellt heute kein Risiko mehr da. Alle Kontobewegungen laufen bei Festgeldern über ein Referenzkonto. Dazu nutzen viele Sparer das Girokonto ihrer Hausbank. Wenn die Zugangsdaten doch einmal in fremde Hände gelangen sollten, von einem Festgeldkonto wird niemals Bargeld ausgezahlt.